22. August 2008
Stahlaktivitäten in Asien werden von Antwerpen aus gesteuert
Das jüngste SES-Kind: Im August 2007 wurde das Joint Venture Scholz Edelstahl Belgien mit Lu Qin Company Ltd./Hongkong gegründet.
Die Scholz Edelstahl GmbH wird in Zukunft ihre Stahlaktivitäten im asiatischen Raum von Antwerpen aus steuern. Dazu wurde die Company
Scholz Edelstahl Belgien gegründet. An dem Joint Venture ist die Scholz Edelstahl GmbH mit 50 Prozent des Stammkapitals von 200 000
Euro beteiligt, die andere Hälfte trägt die chinesische Lu Qin Company Limited in Hongkong. Die aktive Geschäftsführung liegt in den
Händen des Belgiers Peter van Hees, weitere Mitglieder der Geschäftsleitung sind SES Geschäftsführer Franz Fuchs und Patrick Tuen Chi
Pak, der Chairman von Lu Qin und Vizepräsident des chinesischen Stahlverbundes sowie designierter Vorsitzender für 2008.
Zustande kam der Zusammenschluss durch jahrelange geschäftliche Verbindungen zwischen Franz Fuchs und Mario Katinic mit Peter van Hees.
Der Belgier ist selbstständiger Stahlhändler mit über 30-jähriger Erfahrung in Antwerpen, dem wichtigsten europäischen Hafenstandort
für den Stahlhandel. Viele Jahre lang arbeitete van Hees in leitender Stellung für die sich in russischem Besitz befindende Midland-Gruppe
in Kanada - fünf Jahre davon war Patrick Tuen Chi Pak sein Kollege. Tuen Chi Pak besitzt und führt inzwischen mit großem Erfolg die Lu Qin
Limited in Hongkong.
Das Stahlhandelsbüro beschäftigt 125 Mitarbeiter, überwiegend Kaufleute und Ingenieure. Diese kaufen Qualitäts- und Edelbaustähle in den
chinesischen Stahlwerken ein, aber auch auf dem europäischen Markt, und betreiben Stahl-Import und -Export weltweit. Auch SES gehört zu
den Kunden. Im Juni dieses Jahres hatte van Hees Franz Fuchs nach Antwerpen zu einem Meeting eingeladen, an dem auch Patrick Tuen Chi Pak
teilnahm - Franz Fuchs: „Die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmte von Anfang an, wir waren uns schnell einig, dass ein Joint Venture
für alle Sinn macht und wirtschaftlichen Erfolg verspricht.” Ende August erfolgte dann die Firmengründung. Fuchs erklärt die Vorteile:
„Wir können jetzt auf dem enorm wachsenden chinesischen Stahlmarkt mit perfektem Management, intimen Kenntnissen und hervorragenden
Verbindungen besser und schneller Fuß fassen.”
Die neu gegründete Handelsgesellschaft unterhält im Hafengelände von Antwerpen ein Stahllager mit einer Anfangskapazität von 3000 Tonnen.
„Wir müssen jetzt”, so Franz Fuchs, „nicht mehr viele Tonnen Stahl erst von Antwerpen nach Essingen transportieren, um von dort aus unsere
Kunden in den benachbarten europäischen Ländern zu beliefern, wir können dies nun direkt und damit kostengünstiger von Antwerpen aus tun.”
Daneben verspricht sich Franz Fuchs durch das Joint Venture eine Umsatzsteigerung: „Wir planen im ersten Geschäftsjahr einen Umsatz von
zehn Mio. Euro.” Der in Antwerpen ankommende und gelagerte Stahl (Fuchs: „Der Bestand soll in zwei bis drei Monaten umgeschlagen werden!”)
stammt zu 80 % aus China, ein Zehntel kommt aus Russland, der Rest aus der Türkei, dem Iran und Indien.